Schon in Deutschland spürte ich immer wieder in mir das Gedanken „Wenn ich doch einfach loslassen könnte“ Dinge nicht zu ernst zu nehmen, nicht zu viel und immer mehr zu erwarten von Dir selbst oder anderen, krampfhaft zu versuchen, jemand zu sein, der Du sein sollst oder etwas zu tun, was Du für Dich als den Weg definiert hast, aber spüren kannst, dass es nicht das Leben ist, das Du Dir wünscht.

Hier in meinen ersten 7 Wochen des Reisens bin ich dem Satz so unendlich oft begegnet. Spielende Kinder, die zum Song „Let it go“ aus dem Disneyfilm „Frozen“ tanzen, Arbeiten mit Pferden zur Persönlichkeitsentwicklung und dem Erkennen, dass in jedem Loslassen erst die Möglichkeit zur Bewegung und damit zur Entwicklung steckt. Das Neue hat keinen Platz im Festhalten an Dingen, Situationen, Glaubenssätzen, Vorstellungen und Gedanken.

Werden wir deswegen kränker? Weil wir eigentlich in unserem Inneren loslassen wollen und nicht immer mehr anhäufen, an Dingen, und Gefühlen und Momenten, die wir verpasst haben, weil wir am Rennen waren?

Selbst beim Reisen erlebst Du es, dass Du erschöpft im Café sitzt, im Auto, am Meer, an tollen Orten, weil Du zu viel sehen wolltest und nicht angehalten hast! Ich habe noch sehr stark meine Eigenschaft, weiter rennen zu wollen. Nicht anhalten zu können. Oft frage ich mich dann: Warum? Ich habe jede Sekunde in dieser Zeit über mich selbst zu entscheiden. Und dann sitze ich an einem Abend da und denke mir, dass ich Momente nicht ausgeschöpft habe, weil es weiter gehen sollte.

Wie werden wir erzogen? Werden wir frei erzogen, das zu tun, wonach uns ist? Werden wir dahin gelenkt, dass wir in uns hinein spüren, mit uns selbst alleine am zufriedensten sind und kein Reichtum und Besitz brauchen, um glücklich zu sein?